Die sichtbaren Kosten

Anbieter-Offerten decken üblicherweise Discovery, Design, Entwicklung, QA, Deployment und einen initialen Support-Zeitraum ab. Dieser Betrag unterschätzt die Gesamtkosten.

Datenqualität

Ein erheblicher Anteil des Engineering-Aufwands in jeder Trading-Plattform ist Datenarbeit, die nicht in der Spezifikation stand — Stammdaten, Corporate Actions, Abweichungen zwischen Broker- und Anbieter-Preisen, NAV-Differenzen zwischen Administrator und Berechnungs-Engine.

Planen Sie 20 % zusätzlich zur Engineering-Offerte für Datenarbeit ein, die erst im Betrieb auftaucht.

Betrieb

Anbieter-Offerten decken in der Regel den Aufbau, nicht den Betrieb. Live-Trading-Systeme erfordern Überwachung während Handelszeiten, Wartungsfenster am Wochenende, Incident-Response, regulatorisches Reporting und vierteljährliche Compliance-Arbeit.

Planen Sie den Betrieb von Anfang an ein. Nachträgliche Betriebskosten liegen deutlich höher.

Regulatorische Änderungen

Die Finanzmarktregulierung entwickelt sich. Jede wesentliche Aktualisierung — MiFID II/R, FIDLEG, PRIIPs 2.0 — erfordert Engineering-Arbeit an der Plattform.

Mindestens 10 % der jährlichen Betriebskosten für regulatorische Engineering-Arbeit einplanen.

Integrations-Wartung

Plattformen integrieren sich typischerweise mit mehreren externen Systemen — Marktdaten, Broker, KYC, Payment, Fondsadministrator. APIs ändern sich, Formate ändern sich, Anbieter werden übernommen.

Planen Sie Integrations-Wartung intern oder vertraglich ein.

Neuaufbau

Massgeschneiderte Trading-Plattformen werden häufig zwischen dem zweiten und vierten Betriebsjahr neu geschrieben — typischerweise, weil die erste Version unter Zeitdruck entstand und technische Schulden angesammelt hat.

Planen Sie den Neuaufbau ein — entweder durch eine Überinvestition in die initiale Architektur oder als geplante künftige Kostenposition.

Gesamt

Eine vernünftige Annahme ist die sichtbare Offerte plus 50 %, mit jährlichen Betriebskosten von rund 30 % der Aufbaukosten.

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